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Das sind die Retail- und Omnichannel-Trends 2023 : Welche Aussichten hat der Einzelhandel?

Das Jahr 2022 geht zu Ende und hinterlässt einen Hauch von „Back to reality“. Obwohl die Herausforderungen im Zusammenhang mit der Corona-Krise hinter uns zu liegen scheinen, sind einige Konsumgewohnheiten, die sich während dieser Zeit herausgebildet haben, immer noch an der Tagesordnung. Man denke nur an die wachsende Beliebtheit bestimmter Liefermethoden, wie Click und Collect oder Same-Day-Delivery. Darüber hinaus achten Konsumenten immer mehr darauf, was und wie sie einkaufen. Dieser Wachstum an Umweltbewusstsein hat das Jahr 2022 entscheidend geprägt und den Einzelhandel stark beeinflusst. Viele Einzelhändler haben einen Kleiderrücknahme-Service eingeführt, um Kleidungsstücke zu recyceln bzw. als Second Hand weiterzuverkaufen. Zudem mussten sich viele Marken mit neuen Verkaufskanälen wie Social Selling, Marketplaces usw., die immer mehr an Bedeutung gewannen, auseinandersetzen. 

2022 war ein ereignisreiches Jahr, das wieder einmal die Notwendigkeit, sich mit Experten Partnern zusammenzuschließen, aufzeigte, um die anspruchsvollen Zielsetzungen hinsichtlich des Post-Covid-Wachstums zu unterstützen: Mirakl für den Sprung in die Marketplaces, Akeneo für PIM, Woop oder Transporeon für die Sichtbarkeit von Transporten und natürlich OneStock für die Umsetzung ihrer Omnichannel-Strategie.

Was erwartet den Retail im Jahr 2023? Welche Trends und Neuerungen werden den Einzelhandel beeinflussen? Welche Aussichten haben Sie? All das erfahren Sie in diesem Artikel!

Als Unified Commerce Experten analysieren wir die Leistung unserer Kunden, das Verhalten der Konsumenten und die Neuerungen in der Branche sehr genau. Wenn ich die Herausforderungen des kommenden Jahres in einem Satz zusammenfassen müsste, würde ich sagen, dass 2023 für viele Einzelhändler eine große Herausforderung in Sachen Kundenzufriedenheit, Effizienz, Gewinnerzielung und Umweltschutz darstellen wird.

Romulus Grigoras

CEO
OneStock

Omnichannel-Retail-Trend Nr. 1: Im Jahr 2023 werden Fragen zum Thema Klima und Soziales zunehmend in den Mittelpunkt stehen

Mit Blick auf die aktuelle Klimasituation fällt auf, dass der Temperaturrückgang lange auf sich warten ließ. Da sich der Winter eindeutig schwergetan hat, wurden die Verkaufszyklen gestört. Der Sommer zog sich in die Länge, ohne dass die Geschäfte die passenden Kollektionen in den Regalen hatten. Wenn man den Berichten des IPCC Glauben schenken darf, wird sich dieses Phänomen in den kommenden Jahren wiederholen. Aus diesem Grund sollten Einzelhändler die globale Erwärmung bei der Planung von neuen Kollektionen, beim Einkauf (größere Mengen für die warme Jahreszeit) und auch beim Vertrieb berücksichtigen.

Diese Herausforderungen in Bezug auf die Umwelt werden die Verbraucher in ihrem Kaufverhalten noch stärker zu mehr Verantwortung verpflichten. Hierbei müssen die Konsumenten das richtige Gleichgewicht zwischen preiswerten und verantwortungsbewussten einkaufen finden. 

Dasselbe gilt für Marken und ihre Businessmodelle. Diese sollten ihre Umweltschutzmaßnahmen kommunizieren, dokumentieren und auf ihren E-Commerce-Websites deutlich sichtbar machen. Hierbei handelt es sich um konkrete Unternehmensprojekte, wie beispielsweise das unseres Kunden Petit Bateau, der sein Second-Hand-Angebot auf den Markt gebracht hat und bei dem CSR ein integraler Bestandteil der Markenidentität ist. Obwohl dieser Richtungswechsel nach vielen Jahren, in denen der Trend auf Konsum ausgerichtet war, unerlässlich ist, erfordert er ein hohes Maß an Engagement und eine sorgfältige Organisation seitens der Einzelhändler. 

Des Weiteren werden auch gesellschaftliche Herausforderungen im Mittelpunkt stehen, da sie die Konsumgewohnheiten drastisch beeinflussen werden. Angesichts des Krieges in der Ukraine, der Energiekrise, der steigenden Rohstoffkosten, des komplexeren grenzüberschreitenden Handels und der Inflation wird der Konsum drastisch beeinträchtigt werden. Hinzu kommt das Risiko einer starken Rezession, die das Kaufverhalten ebenfalls beträchtlich beeinflussen wird.

Omnichannel-Retail-Trend Nr. 2: Im Jahr 2023 werden Retailer die richtige Mischung aus Offline- und Onlineangeboten finden müssen

Immer mehr Konsumenten sind auf der Suche nach Beständigkeit und wünschen sich eine nahtlose Einkaufserfahrung. Die Shopper von heute wollen: sich im Internet erkundigen, bevor sie in einen Laden gehen, sich im Store von neuen digitalen Technologien begeistern lassen, die selben Kundenvorteile online wie offline, eine Bestellung problemlos zurückgeben oder Bestellungen über den Kundenservice aufgeben können. Manchmal können Unstimmigkeiten aber auch von Vorteil sein (zum Beispiel wenn ein Kunde seine Größe im Geschäft nicht findet und sich an einen Verkäufer wendet), doch in den meisten Fällen ist ein reibungsloser Ablauf besser.

Während sich viele Einzelhändler auf den E-Commerce konzentrierten, bedarf auch das Filialnetz besonderer Aufmerksamkeit. Im Jahr 2022 gab es in Europa einen Rückgang der Online-Verkäufe (im Vergleich zu 2021) und gleichzeitig einen Anstieg der Besucherzahlen in den Geschäften. Dieses Phänomen, verbunden mit steigenden Kosten für die Kundengewinnung (insbesondere auf Meta und Google), kann bei einigen Händlern, insbesondere bei Pure Playern und Retailern mit einer hohen Online-Präsenz zu einem starken Rückgang ihrer Gewinne führen. Einige von ihnen gerieten 2022 sogar in Not, wie z. B. Joules oder Made.com, die von Next aufgekauft wurden (nur der Domainname von Made.com wurde aufgekauft). 

Die aktuelle Konjunktur zwingt daher Pure Player, ihren Übergang zu einem profitablen Modell zu beschleunigen und Omnichannel-Händler ihren Online-/Offline-Mix ins Gleichgewicht zu bringen.

Omnichannel-Retail-Trend Nr. 3: Im Jahr 2023 wird die Luxusbranche voraussichtlich die Nase vorn haben

Die Luxusbranche wird ihr bereits exponentielles Wachstum auch im Jahr 2023 fortsetzen. Die gesamte Branche behauptet sich in den USA und in Europa mit einem geschätzten Wachstum von +21% auf 1400 Milliarden Euro. Neue Märkte entstehen insbesondere in Asien, Indien und im Nahen Osten.

Laut Bain & Company hat die Branche die Synchronisierung von online und offline durch den sogenannten „Omnichannel 3.0“-Ansatz perfekt umgesetzt und sich zunutze gemacht. So verzeichnet der E-Commerce ein stabiles Wachstum, während die Geschäfte weiterhin Kunden anlocken, die gern jedes Detail des Artikels, den sie kaufen wollen, unter die Lupe nehmen. 

Ein weiterer Grund für das Wachstum des Luxusmarktes ist seine breitgefächerte Kundschaft: Zu den traditionellen Käufern kommen nun auch die Generationen Y, Z und Alpha hinzu. Häufig beeinflusst von sozialen Netzwerken und von Markenbotschaftern, die von den Marken ausgewählt wurden, waren diese Käufer für das gesamte Wachstum des Marktes im Jahr 2022 verantwortlich!

„Obwohl für 2023 eine Rezession in den wichtigsten Volkswirtschaften der Welt erwartet wird, geht die Analyse von Bain-Altagamma trotz allem davon aus, dass der Wert des Luxusgütersektors in diesem Jahr und sogar im kommenden Jahrzehnt weiter wachsen wird.” Source : Bain & Company

Wie sieht das Jahr 2023 für OneStock aus?

Aus persönlicher Überzeugung möchte sich OneStock für einen verantwortungsvollen und nachhaltigen Handel einsetzen. 

Diese Verantwortung beinhaltet unserer Meinung nach zwei Aspekte:

  • Sozialer Aspekt: Es gibt immer mehr E-Commerce-Kunden und wir sind davon überzeugt, dass durch eine perfekte Ergänzung von online und offline das eine vom anderen profitiert. Dies war zum Beispiel während der Corona Krise der Fall, unsere Lösungen ermöglichten es unseren Kunden, ihre Aktivität im Laden beizubehalten, trotz des Lockdowns.
  • Ökologischer Aspekt: OneStock ist der erste OMS-Anbieter, der seine Kunden bei der Umsetzung von Nachhaltigkeitsmaßnahmen unterstützt. Wir unterstützen Initiativen im Zusammenhang mit dem Kauf oder der Rückgabe von Second-Hand-Artikeln; wir optimieren den Absatz von Online- und Ladenbeständen, um am Ende der Saison weniger Restbestände zu haben, und helfen, so, weniger Abfall zu erzeugen; wir optimieren die CO2-Bilanz der Einzelhändler, indem wir Warenströme bündeln, Bestellungen intelligenter orchestrieren und Liefermethoden anbieten, die den Käufern am nächsten liegen etc.

Schließlich werden wir auch 2023 weiterhin innovative Lösungen entwickeln, um den Handel von heute zu gestalten und uns an ihn anzupassen. Dabei unterstützen wir sinnvolle, nachhaltige und verantwortungsbewusste Innovationen, die langfristig relevant sind. So werden wir beispielsweise Ende Januar 2023 die Einführung einer neuen innovativen Funktion unseres OMS ankündigen, die den Alltag unserer Nutzer regelrecht revolutionieren wird.

Bleiben Sie gespannt!

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